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Februarsterne über Potsdam. Bosse unplugged bei FRITZ!

Euphorie, Freude, Wärme, Nostalgie. All dies und noch mehr hat der Abend im Fritz Studio beim Bosse Radiokonzert in mir ausgelöst. Falls ihr nicht die Chance hattet, im Publikum zu sein, möchte ich den Abend mit euch teilen und falls ihr dabei wart, hoffe ich, dass ihr euch genauso wohl gefühlt habe wie ich. Viel Spaß

Meine erste Begegnung mit Axel Bosse hatte ich im Sommer 2005. Er sollte abends in Magdeburg gratis im Rahmen des Stadtfests auftreten. Meine beste Freundin und ich waren sehr aufgeregt, denn er war schon so ein kleiner Held für uns zu der Zeit (und ist es wohl noch immer). Seine Lieder haben uns die Welt erklärt. Wir waren 15. Wie es der Zufall wollte habe ich Axel damals zufällig in einem Einkaufszentrum getroffen. “Scheiße.. jetzt.. musst du doch was sagen!”, dachte ich. Und ich stand da und sah ihn ganz groß an und war nervös. “Ähh Bosse!… ich freu mich auf heute Abend!”, stammelte ich. Er hat gelächelt und gesagt, er würde sich freuen, dass ich vorbeischaue. Es war ziemlich leer damals vor seiner Bühne und es gab nur die Songs des ersten Albums Kamikazeherz.

Seine Lieder haben uns die Welt erklärt.

Viel hat sich getan in den fast sechs Jahren. Das nächste Bossekonzert in Berlin ist ausverkauft, sodass ein Zusatzgig stattfinden wird. Außerdem steht schon das vierte Album namens Wartesaal in den Startlöchern. Da ist es keine Überraschung, dass auch alle der ca. 70 Gewinner des FRITZ-Gewinnspiels zum exklusiven Radiokonzert nach Potsdam gefahren sind. So auch ich. Nach ca. einer Stunde mit Tram und S-Bahn, die trotz Minustemperaturen keine Verspätung hatte, bin ich angekommen. Nichts wie rein ins warme Studio.
Beim letzten Radiokonzert, auf dem ich war, wurden die Fans mit Glühwein, Kuchen und Süßigkeiten begrüßt. Diesmal jedoch gab es FRITZ-Goodies. Also Postkarten, Buttons, Kondome. Was man so braucht eben.

Nachdem ich meine Umgebung also ausgekundschaftet und mich für das Konzert mit Kondomen versorgt habe (hä?), war es an der Zeit mir einen netten Platz zu suchen. Relativ weit vorne war noch einer frei. Wunderbar!
Alle saßen – ich setzte mich dazu.

Bevor die Band anfing, wurden wir von Simon, dem Moderator für die Zeit während des Konzerts, begrüßt und eingewiesen, wann wir zu klatschen und, wann wir still zu sein hatten.

Zwei Mal mit den Augen gezwinkert, standen Axel Bosse und Band auch schon auf der Bühne. Moment nein. Es gab keine Bühne. Im Grunde haben sich Publikum und Band einen Raum geteilt. Die Abgrenzung fand nur durch Übergang von blankem Boden in Teppichboden statt, aber weder eine Erhöhung, noch eine Art kleiner Zaun waren zu sehen – nichts. Dies resultierte in einer Nähe und Intimität, die Band und Publikum nur sehr selten teilen. Es war wunderbar.  So empfand es wohl auch Bosse, der regelmäßig in die Menge gelaufen ist.

Für das Radiokonzert war die Band unplugged unterwegs, was zu einer nachdenklich-ruhigen Atmosphäre führte. Vor mir saßen immer noch die ersten zwei Reihen, ab der dritten Reihe stand alles. Das Publikum war sehr zuvorkommend und angenehm. Eingestimmt wurde der Abend mit einem Lied namens Die Nacht – vom neuen Album. Ich bin zwar ein großer Verfechter von Bosses ersten beiden Alben, aber mir war klar, dass das Hauptaugenmerk auf neue Songs fallen würde, was ich in Ordnung fand. Immer wieder wurden auch Songs von Taxi (3. Album) eingeworfen, die Stimmung war gut. Doch plötzlich fingen sie an Kraft zu spielen. Kraft!! Bosses erster kleiner Hit. Wieder fühlte ich mich zurückversetzt ins Jahr 2005. Ich musste während des Lieds unbedingt meine beste Freundin anrufen, um den Augenblick mit ihr zu teilen. Es war unheimlich schön. Wir haben uns gefreut. Auch der Band stand die Freude ins Gesicht geschrieben – denn einige Leute im Publikum erinnerten sich an “Kraft” und sangen lauthals mit. Die Songs vom neuen Album waren typisch Bosse; deutsch, ruhig und nachdenklich. Besonders im Ohr blieben mir Weit weg, Yipi und Wende der Zeit. Da die Lieder aber alle unplugged gespielt wurden, ist es wahrscheinlich, dass einige Albumversionen und vor allem Liveversionen deutlich mehr abgehen werden. Bisher konnte man auf Bossekonzerten noch immer gut tanzen.

So auch an diesem Abend. Als endlich 3 Millionen gespielt wurde, standen auch die letzten Sitzenden auf, um gemeinsam mit den anderen zu tanzen.
Nach dem letzten Lied verließ die Band die Bühne, um nach wenigen Augenblicken für eine Zugabe wiederzukehren. Bosse spielte dafür selber Gitarre. Frankfurt/Oder ist eines meiner Lieblingsstücke von ihm. Die letzte Zeile lautet: “Ich bin froh, dass du da bist.” Wir alle wurden also sehr liebevoll in die Kalte Nacht entlassen und uns war (so kitschig es klingt) warm ums Herz.

Wir waren auch froh, dass du da warst. Danke Bosse! Danke FRITZ!
Der Abend war unvergesslich.

Setlist

1. Die Nacht (Wartesaal)
2. Liebe ist leise (Taxi)
3. Metropole (Wartesaal)

4. Wende der Zeit (Wartesaal)
5. Roboterbeine (Wartesaal)
6. Kraft (Kamikazeherz)
7. Yipi (Wartesaal)
8. Wartesaal (Wartesaal)
9. Der alte Strand (Taxi)
10. 3 Millionen (Taxi)
11. Weit weg (Wartesaal)
12. Gegen Murphy (Taxi)
Zugabe: Frankfurt/Oder (Guten Morgen, Spinner)


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3 Kommentare

  1. Man merkt wie sehr du seine Musik liebst!

    1 25.2.2011, 20:34h
    Silvio
  2. Finde sein neues Album fantastisch! Der auftritt im Radio Studio war vom feinsten!
    Am 24.03 gehts los- DEUTSCHLAND TOUR!!! Schade ist nur dass er nicht nach Oesterreich kommt… hmmm vielleicht ueberlegt ers sich noch! :)

    2 5.3.2011, 15:27h
    Kimia
  3. Oja, Axel Bosse ist echt genial. Hätte mir auch ein Österreich Konzert gewünscht, aber wer weiß, wer weiß. Vielleicht kommt er ja auf eines unserer Festivals!

    3 7.3.2011, 12:29h
    Fan4you

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