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Neuer Monat, neue Games – September
Die Gamesneuigkeiten präsentieren sich diesen September sportlich, teilweise abseits unseres Stammthemas und natürlich wieder in höchstem Maße Nischenbedienend, dabei zuweilen kitschig und aufgeblasen. So mag man das, oder eben nicht.
Gamesneuigkeiten (September) in audiovisueller Form:
Fußballerische Auseinandersetzungen enden nicht selten im Austausch von körperlicher Gewalt. Als Jugendlicher durfte ich diese Erfahrungen in vielen Fußballspielen gegen größere, ältere und mächtigere, meist aus dem Eichsfeld stammende Ballsportkrieger machen. Nun gehen die jährlichen Auseinandersetzungen von PES 12 und Fifa 12 ein wenig sanfter von statten, spalten trotzdem die Gemüter und das Fantum. So einige Wutausbrüche habe ich außerdem auch schon beim Couchfußball erlebt. Ein kleiner geschichtlicher Exkurs zeigt uns, dass Konamis Fussballserie aus Japan jahrelang der Klassenprimus war und wie in einem Märchen trotz weniger Kapazitäten und fast keiner Lizenzen realer Vereine dem bösen großen Gegner Fifa immer einen Schritt voraus war. Wer digitale Fußballperfektion wollte, kam um Winning Eleven, wie es in Japan heißt, nicht herum. Mit dem 6. Teil erreichte man den zwischenzeitlichen Zenit, doch musste in den Jahren darauf feststellen, dass auch die Amerikaner von EA Sports ihre Hausaufgaben gemacht hatten und nicht nur noch auf große Namen vertrauten, anstatt sich den Pomanskis dieser Welt auch mal spielerisch zu nähern.
Mit der 2010er Generation übernahm Fifa dann erstmals auch in den Augen der Kritiker das Steuer und nun sind wir dort wo wir sind: Im Jahre 2011. Dieses Jahr ist bei PES vieles besser geworden, die Künstliche Intelligenz hat sich beispielsweise merklich verbessert. Spieler kreuzen von selber Laufrichtungen, reagieren auf Doppelpassversuche und laufen sich frei. Das hat Alles beim Vorgänger nicht auf dem Niveau funktioniert und war trotz Überlegenheit bei Fifa auch nie so stimmig. Darüber hinaus gibt es nun die Möglichkeit mit dem rechten Analogstick einen anderen Spieler zu steuern, den man dann auch im Einzelspielermodus manuell in den freien Raum bewegen kann, was zu noch mehr Kontrolle im Angriffsspiel führt. Wer nichts auf Passstafetten gibt und sich nicht an das wirklich schnelle Spielprinzip gewöhnt, wird keinen Stich beim neuen PES setzen können. Wenn es also schnell und angriffslustig zugehen soll, kauft man sich Konamis neusten Streich. Welches Spiel jetzt aber objektiv betrachtet besser ist, kann ich nicht sagen, ist mir aber auch irgendwie egal, denn Lizenzen bekomme ich als PC-Spieler eh und nach meinen moralischen Vorstellungen hat der Underdog sowieso immer mehr Chancen als die Kolonialmacht Electronic Arts. So Easy.
Obwohl die FIFA und PES Reihen jedes Jahr ein neues Update bekommen, freuen sich Fußballfans jedes Jahr wie Bolle auf die neuen Vertreter ihrer Lieblings-Fußballspiele. Und jedes Jahr müssen die Publisher wieder ein großes neues Feature ankündigen, das revolutionär für das Genre ist und natürlich den großen Konkurrenten aussticht. Während PES dieses Jahr auffallend wenig Brimborium um neue Features gemacht hat, rührte FIFA lautstark die PR-Trommel und postulierte die größte Neuerung für die Franchise, seit der 360-Grad Steuerung: die Player-Impact-Engine. Die Physik-Engine sorgt dafür, dass sich die Spieler bei Kontakt zueinander korrekt verhalten. Das bedeutet, je nachdem von welchem Winkel der Verteidiger attackiert und welchen Körperteil er trifft, fällt der Angreifer anders und verletzt sich im schlimmsten Fall auch an der korrekten Stelle. Andererseits kommt es auch öfter vor das ein Spieler, falls er zum Beispiel nicht am Standbein getroffen wird, weiterläuft und den Verteidiger so hinter sich lässt. Auch bei Kopfballduellen oder beim Körpereinsatz im Zweikampf, kommt die Engine zum Einsatz. Obwohl es immer wieder zu Situationen kommt, in denen Spieler alles andere als realistisch auf Gegnerkontakt reagieren, sorgt das neue Feature wirklich für schöne, flüssige und vor allem abwechslungsreiche Animationen. Besonders in der Vogelperspektive sehen die Bewegungen der Spieler im Zweikampf extrem realistisch aus. In der Wiederholung offenbaren sich dann manchmal einige Schwächen wie Clipping-Fehler oder leicht rucklige Übergänge zwischen Animationsphasen, die sich aber verkraften lassen.
Weniger Brimborium wurde um das neue Verteidigungssystem gemacht, das Gameplay und Spielgefühl allerdings viel stärker beeinflusst als die Player-Impact Engine. Bei FIFA 11 gab es einen Button für den normalen Zweikampf, einen Button für die Grätsche und den linken Trigger mit dem man im Seitschritt laufen konnte, um Flanken abzudecken. In der Praxis rannte man einfach auf den Gegenspieler zu, hielt den Button für normalen Zweikampf gedrückt und nahm dem Gegner so in den meisten Fällen den Ball ab. Dadurch war es im Angriff schwer durch Dribblings zum Erfolg zu kommen und schneller One-Touch-Football war meistens die einzige Option zum Sieg. Bei FIFA 12 kommt nun das neue „Tactical-Defending“ zum Einsatz, das die Verteidigung verkompliziert aber auch gleichzeitig fordernder macht und für mehr Torchancen sorgt. Anstatt einem Button mit dem man sich automatisch dem Gegner nähert und ihm gleichzeitig den Ball abnimmt, gibt es nun für jede Aktion einen Button. Will man den Gegner in einiger Entfernung verfolgen, um beispielsweise Passwege zuzustellen muss man einen Button gedrückt halten. Ein anderer Button sorgt dafür, dass man den Gegner in kurzer Entfernung verfolgt, um Flanken, Pässe oder Schüsse anzufangen. Will man dem Gegner den Ball abnehmen, muss man ein Risiko eingehen. Drückt man den Button für Zweikampf, macht der Verteidiger einen Ausfallschritt mit dem man entweder an den Ball kommt oder ins Leere tritt, was dafür sorgt, dass der Gegenspieler vorbeikommt. Jeder Angriff will also wohl überlegt sein und das sichere Abschirmen des Gegners in geringer Entfernung ist oftmals die bessere Wahl. Drei bzw. Vier Buttons, wo es vorher im Prinzip nur einen gab, sorgen natürlich erst einmal dafür, dass man oft ins Leere läuft und sehr viele Tore fallen, mit der Zeit geht die neue Steuerung aber in Fleisch und Blut über und man merkt den Unterschied kaum noch. Tactical Defending ist eine sinnvolle Neuerung, die dafür sorgt, dass Verteidiger strategisch vorgehen müssen, anstatt stupide einen Knopf gedrückt zu halten und das Beste zu hoffen. Für alle, die die neue Steuerung trotzdem ablehnen, gibt es eine Option, mit der man Tactical Defending abschalten kann.
FIFA 12 überzeugt nicht nur mit sinnvollen Neuerungen bei der Grafik und im Gameplay, sondern auch mit einem Umfang, der seinesgleichen sucht. Der Karrieremodus wurde um einige kleine aber sinnvolle Neuerungen erweitert, wie beispielsweise ein aufgebohrtes Moralsystem und mehr Abwechslung bei Transferverhandlungen, Virtual Pro ist auch wieder mit an Bord und sogar Ultimate Team, das virtuelle Sammelkartenspiel, ist diesmal mit auf der Disc. Dazu gibt es allerlei neue Social-Networking Optionen, die euch mit anderen FIFA-Spielern vernetzen und Statistiken und Fortschritte speichern. Im Spielverlauf von FIFA 12 sammelt ihr Erfahrungspunkte und steigt Level auf. Habt ihr einen Lieblings-Fußballverein, könnt ihr euch darüber freuen, dass eure Erfahrungspunkte dem Verein gutgeschrieben werden. Auch Live-Season ist wieder mit an Bord.
FIFA 12 ist ein solides Spiel geworden, das zwar noch einiges Potential für Patches bietet, im Vergleich zum Vorgänger aber durchaus sinnvolle Verbesserungen bietet. Gerade was die KI der Computergegner angeht, muss noch etwas nachgebessert werden. Ein Phänomen, das immer wieder auftritt ist, das der KI-Gegner im Angriff den Ball viel zu lange hält. Oft passiert es, das ihr den Computergegner verfolgt und dieser, anstatt den Ball abzuspielen, von Strafraum zu Strafraum zurückläuft, nur um dann eine weite Flanke zu schlagen. Ob dieser Fehler nachgebessert wird, bleibt abzuwarten. Trotzallem ist FIFA ein super Spiel geworden, was man jedem Fußballfan wärmstens empfehlen kann, selbst wenn – oder gerade weil – er den Vorgänger besitzt. - Tim Heinke
War Chiptune vor ein paar Jahren noch echte Nischenmusik, sind Künstler wie Sabrepulse, Slagsmålsklubben oder eben auch Anamanaguchi aus New York mittlerweile auch über die Grenzen der Videospielwelt bekannt, haben eine nicht zu verachtende Fanbase und sind im speziellen mit dem Soundtrack zum Arcadetitel “Scott Pilgrim vs. The World” sogar schon in den amerikanischen Charts aufgetaucht. Dabei möchten sie aber tendenziell eher nicht aussschließlich in die Videospielmusikecke gesteckt werden, hat ihre Musik doch eben auch Elemente von Bands wie den Beatles oder den Ramones, auch wenn man diese Paralellen hinter den 8-Bit-Klangteppichen erst mal suchen muss. Was Anamanaguchi und im Allgemeinen Chiptunebands von “tradiotionellen Rockbands” unterscheidet, ist der Einsatz einer Spielekonsole als Instrument. Von vorher bearbeiteten Cartridges werden die Beats abgespielt und ganz ohne moderne Computertechnik live präsentiert. So kommt es eben auch mal vor, dass ein Konzert abgebrochen werden muss, weil das NES den Geist aufgibt. Alles für die Authentizität eben. Eine Band, die die musikalischen Kreation von damals ernst nimmt, sie weiterentwickelt und insgesamt ihr Potential erkennt, um Nostalgiker in eine bessere Welt zu entführen. Schön.
Zwei Ärzte reisen in die Erinnerungswelt eines älteren Mannes, der kurz vor seinem immanenten Ableben steht, sich aber noch einen letzten Wunsch erfüllen möchte. Ein Ziel, dass im realen Leben nicht mehr zu erreichen ist. So kommt es, dass man in “To The Moon” die Rolle zweier Ärzte übernimmt, die aufgrund fortschrittlicher Technik (of course) in die Nervenströme des nostalgischen Patienten reisen können, um dem eigentlichen Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Wenn Ärzte später einmal solche Fähigkeiten besitzen und dazu noch mit Laserschwertern Operationen durchführen überdenke ich eventuell auch noch mal meinen faulen und anspruchslosen Lebensstil. Wie dem auch sei macht “To The Moon” trotz des Bereuungskitsches einen atmosphärischen Eindruck und errinnert grafisch an zeitlose Klassiker wie Secret of Mana oder auch Terranigma. Also fast keine Chance sich diese kleine Adventureperle entgehen zu lassen. Eigene Meinungsbildung nach folgendem Trailer ansatzweise möglich. Bis nächsten Monat, ihr Füchse ihr!
To The Moon Trailer










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